Thema am 14. September 2008: Vergangenheit aufgedeckt - Archäologie und Bauforschung
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Im Müll vergangener Zeiten nach "Schätzen" suchen oder schimmelige Wände abklopfen ... Wissen Sie eigentlich wie Archäologen und Bauforscher arbeiten? Heutige Archäologen nutzen neben Schaufel, Kelle und Pinsel eine Vielzahl naturwissenschaftlicher Methoden. Diese helfen ihnen beim exakten Vermessen von Ausgrabungsstellen, Datieren und Einordnen der Funde oder bei der genauen Bestimmung von gefundenem Knochenmaterial. Moderne Archäologen bemühen sich um den langfristigen Erhalt der Bodendenkmale im Boden. Wenn sie ausgraben geschieht dies, weil die archäologischen Denkmale im Erdreich akut bedroht sind, etwa durch Baumaßnahmen oder zu intensive landwirtschaftliche Nutzung.
Mittlerweile ist es dank geomagnetischer Untersuchungen sogar möglich, Bodendenkmale im Boden zu erforschen, ohne in diesen einzugreifen. Dabei werden die zu untersuchenden Flächen von den Wissenschaftlern systematisch mit so genannten "Geometern" begangen, die den magnetischen Widerstand der Bodenstrukturen aufzeichnen. Archäologen können heute recht genaue Aussagen machen über Alter und Herkunft der Funde, aber auch über wirtschaftliche Beziehungen, die naturräumlichen Voraussetzungen, Verwandtschaftsverhältnisse, die gesundheitliche Verfassung von Gruppen und Einzelpersonen, Ernährung oder Handwerkstechniken. Mit "Schatzsuchen" hat all dies nichts zu tun. Das war früher anders: In den Anfängen der Altertumsforschung waren es oftmals die Herrscher, die in ihren Kuriositätenkabinetten auch archäologische Zufallsfunde sammelten. Erst seit dem Ende des 18., Anfang des 19. Jahrhunderts begannen Einzelne, sich systematischer mit den Hinterlassenschaften unserer Vorfahren zu befassen.
Auf der Suche nach den Spuren der Zeit Letzteres gilt auch für die Bauforscher, deren Arbeitsmethoden denen der Archäologen in weiten Bereichen gleichen oder zumindest sehr ähneln. Seit man in der Renaissance die Werke der Antike nach und nach wiederentdeckte, begann man über und unter der Oberfläche, die baulichen Hinterlassenschaften von Griechen und Römern zu studieren. Dies führte so weit, dass zeitgenössische Architekten in ihren Neubauten antike Formen kopierten und sie neu und frei verwendeten. In der Folgezeit wurde fast jeder alte Baustil einmal Zentrum einer solchen Architekturmode. So haben wir heute neben den originalen baulichen Zeugnissen dieser Zeit auch Bauwerke des "Klassizismus", der "Neugotik" oder "Neurenaissance", um nur einige zu nennen. Diese Baustile konnten sich nur entwickeln, weil sich frühe Bauforscher mit der Formensprache und der Konstruktionstechnik alter Bauten auseinandergesetzt hatten. Heute untersuchen Bauforscher historische Bausubstanz meist im Vorfeld von geplanten Sanierungen und Abrissmaßnahmen. Sie sichten Archivmaterial, legen alte Wand- und Putzschichten frei, datieren das Alter von Bauhölzern und erstellen genaue Pläne des baulichen Istzustands. Sie kommen dabei oft zu überraschenden neuen Beurteilungen von Alter und Konstruktionsweise der Gebäude und liefern wichtige Erkenntnisse nicht nur zum weiteren Umgang mit der Bausubstanz sondern auch zur örtlichen Geschichte. Archäologen wie Bauforscher tragen mit ihrer Arbeit wesentlich zum Verständnis unserer eigenen historischen Identität bei. Ein Grund, weshalb sich der Tag des offenen Denkmals in diesem Jahr schwerpunktmäßig diesen spannenden Arbeitsfeldern widmet. Vergangenheit aufgedeckt - Archäologie und Bauforschung am Tag des offenen Denkmals Folgende Anregungen sollen Ihnen helfen, das Thema "Vergangenheit aufgedeckt - Archäologie und Bauforschung" mit Ihrer Veranstaltung zu verbinden:
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Datum und Themen der vergangenen Jahre
| 2007 | 09. Sept. | Orte der Einkehr und des Gebets - Historische Sakralbauten |
| 2006 | 10. Sept. | Rasen, Rosen und Rabatten - Historische Gärten und Parks |
| 2005 | 11. Sept. | Krieg und Frieden |
| 2004 | 12. Sept. | Wie läuft's? - Schwerpunktthema Wasser |
| 2003 | 14. Sept. | Geschichte hautnah: Wohnen im Baudenkmal |
| 2002 | 08. Sept. | Ein Denkmal steht selten allein: Straßen, Plätze und Ensembles |
| 2001 | 09. Sept. | Denkmal als Schule - Schule als Denkmal |
| 2000 | 10. Sept. | Alte Bauten - Neue Chancen |
| 1999 | 12. Sept. | Europa - ein gemeinsames Erbe |










