Digitaler Tag des offenen Denkmals®

Aus einer Not entstand eine Tugend: Aufgrund der Corona-Pandemie und der Beschlüsse der Bundesregierung, alle Großveranstaltungen bis einschließlich Oktober 2020 abzusagen, entwickelte sich ein neues Konzept. Deutschlands größtes Kulturevents begeisterte erstmals in seiner Geschichte digital. Über 1.200 digitale Beiträge brachten Denkmalfans in diesem Jahr die Entdeckungstouren direkt nach Hause. Die Initiative zu diesem Erfolg ergriffen zahlreiche lokale Veranstalter, die Denkmale mit ihrer Architektur, Geschichte und ihren Geheimnissen virtuell erlebbar machten. Aufgrund der positiven Resonanz möchten wir allen Veranstaltern über das bundesweite Programm eine Plattform für digitale Vermittlungsangebote anbieten.

Digitale Denkmal-Formate

  • ermöglichen Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, die Teilhabe am Tag des offenen Denkmals
  • erreichen eine größere Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit und erhöhen damit die Aufmerksamkeit für Ihr Denkmal
  • schaffen neue Vermittlungsstrategien
  • machen neue, medienaffine Besuchergruppen neugierig
  • können über den Tag des offenen Denkmals hinaus eingesetzt werden

Service-Leistung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz

Tipps für Ihre Annäherung 

  • Videoführung, Fotostrecke oder Podcast: Welches Format kommt für Ihr Denkmal in Frage? Über welche technischen Voraussetzungen verfügen Sie bereits? Können Sie auf bestehende Online-Angebote wie eine eigene Webseite oder ein Facebook-Profil zurückgreifen?
  • Das Alleinstellungsmerkmal Ihres Denkmals: Was ist besonders oder sogar einmalig an Ihrem Denkmal? Was wollten Sie schon immer zeigen?  Gibt es kuriose Objekte oder Raritäten?
  • Lassen Sie Experten sprechen: Können Handwerker, Restauratoren oder Denkmalpfleger über ihre Tätigkeiten an Ihrem Denkmal berichten?
  • Geheimnisse eines Denkmals: Gibt es Personen, die persönliche Geschichten mit Ihrem Denkmal verbinden? 

Häufige Fragen zur Umsetzung

Die meisten modernen Smartphones, die jünger als vier Jahre sind, bieten eine ausreichende Qualität für Fotos und Videos. Für optimale Ergebnisse sollten Sie sich mit den Einstellungen Ihres Geräts bezüglich Komposition, Belichtung, Schärfe und Farbe vertraut machen. Für Videoaufnahmen mit Ton sollten Sie eine externe Mikrofon-Lösung sowie ein Stativ nutzen. Mehr Informationen finden Sie in den Handreichungen zu Video und Foto.

Gerade bei guten Lichtverhältnissen (Tageslicht bewölkt, gleichmäßiges künstliches Licht) können Sie mit Ihrem Smartphone gute Ergebnisse erzielen.
Die meisten Smartphone-Kameras erkennen die zu fotografierenden Lichtverhältnisse und stellen die Belichtung automatisch ein. Sobald Licht und Schatten diese automatische Belichtung erschweren, etwa weil die Sonne stark scheint und Schatten im Bildausschnitt erzeugt oder wenn Sie ein Motiv in einem dunklen Raum fotografieren möchten, müssen Sie selbst nachjustieren.
Indem Sie mit dem Finger auf dem Bildschirm auf das Motiv tippen, belichtet es automatisch die entsprechende Stelle. Ist die Spanne zwischen dem hellsten und dunkelsten Punkt im Bild zu groß, um das Bild richtig zu beleuchten, müssen Sie manuell die Belichtung einstellen und einen guten Mittelweg finden, so dass die hellen Stellen nicht überbelichtet (und damit oft komplett weiß werden) und die dunklen Stellen nicht so dunkel sind, dass nichts mehr zu erkennen ist. Für die manuelle Belichtung tippen Sie bei iOS-Geräten lange auf das Display, bis eine Sonne mit einem Regler neben dem gelben Fokus-Feld erscheint. Bei Android-Geräten erscheint eine Glühlampe mit Regler unten am Rand. Den Regler bewegen Sie nach unten und oben (iOS) bzw. rechts und links (Android), bis die Belichtung richtig eingestellt ist. Weitere Tipps zur Belichtung finden Sie in der Handreichung zum Thema Foto.

Die Länge variiert je nach Inhalt und Format. Vorab produzierte Führungen sollten nicht mehr als 8-10 Minuten Länge haben. Führungen im Live-Stream sollten bis maximal 20-25 Minuten dauern, Vorträge maximal 15-20 Minuten.
Vorab produzierte Führungen haben zwei große Vorteile: Laufsequenzen können durch Schnitte abgekürzt werden und während des Erzählens über ein bestimmtes Objekt oder Detail kann ein größeres Bilddetail eingeblendet werden.
Beispiele:
Virtuelle Führung (ursprünglich live gesendet) Staatliche Kunstsammlung Dresden, 20:50 Minuten:
https://www.facebook.com/watch/live/?v=577804009499396
Kurzrundgang, Staatliche Kunstsammlung Dresden, 11:05 Minuten:
https://www.facebook.com/watch/?v=1714078255400810
Kurzrundgang, Zeche Zollverein, 7:30 Minuten: https://www.facebook.com/watch/?v=677213676371235
Rundgang, Miniatur Wunderland, 16:33 Minuten:
https://www.facebook.com/197589525931/videos/958816504561195

Eine gute Übersicht zu kostenfreien Schnittprogrammen finden Sie in der Handreichung zum Thema Videoproduktion.

Es bieten sich verschiedene Möglichkeiten, Bilderstrecken zu animieren. Zum einen existieren verschiedene Spezial-Programme zur Erstellung von Bilderstrecken. Mit den kostenlosen Tools Captura (Windows, sehr einfache Bedienung) oder Open Broadcaster Software Studio (Windows, Mac, Linux; sehr viele Möglichkeiten, komplexere Bedienung) können Sie ihren Bildschirminhalt abfilmen und gleichzeitig den Ton oder sogar die Webcam mitaufnehmen. Eine Bilderstrecke erstellen Sie, indem Sie Ihre Fotos in einem Ordner sammeln, sortieren und eine Bildershow starten. Die Bilder werden dann mit Musik oder Ton untermalt.
Wenn Sie die Fotos etwas stärker animieren wollen (Zoomeffekte, Bildübergänge, Ton etc.) können Sie auf Videoschnitt-Software zurückgreifen. Beispiele finden Sie in der Handreichung zum Thema Videoproduktion.
In den Präsentationsprogrammen PowerPoint (Microsoft Office) oder Keynote (Apple) können Sie eine Präsentation mit Bildern füllen und diese mit der Aufnahme-Funktion einfach aufzeichnen. Parallel dazu können Sie mit dem Computer-Mikrofon gesprochenen Ton aufnehmen.
Von einer Bildershow ohne Ton ist allerdings abzuraten. Alternativ können Sie die Fotos in einem digitalen Fotoalbum auf Ihre Webseite stellen, um den Besuchern die Möglichkeit zu bieten, die Bilder in ihrem eigenen Tempo durchzuklicken.

Ein externes Mikrofon sichert Ihnen einen exzellenten Ton, der bei der Vermittlung von Inhalten sehr wichtig ist, um die Konzentration der Zuhörer aufrecht zu erhalten. Folgende Optionen bieten sich an:

  • Ein sogenanntes Richtrohr-Mikrofon an der Kamera selbst.
  • Die Aufnahme mithilfe einer Tonaufnahme-App (vorinstalliert auf iOS als „Sprachmemo“; auf Android: „Diktiergerät“) auf einem zweiten Handy in der Hand der sprechenden Person. Später synchronisieren Sie den Ton mit dem Video im Schnitt. Als Mikrofon kann hierfür ein handelsübliches Kopfhörermikrofon, wie es bei vielen Smartphones mitgeliefert wird, genutzt werden.

Ein Mikrofon wird an der sprechenden Person angebracht, die Aufnahme läuft mit einem Verlängerungskabel. Auch hier kann die Stimme über das Mikrofon Ihrer Smartphone-Kopfhörer aufgenommen werden.

Ein Stativ mit Handyhalterung kann sich sehr positiv auf die Videoqualität auswirken, da es verwackelte Aufnahmen verhindert. Ein Stativ kann man sich aber auch einfach selbst bauen, indem man die Kamera abstellt oder das Smartphone etwa zwischen zwei Büchern einklemmt. Auch beim Fotografieren hilft ein Stativ, unscharfe Aufnahmen zu vermeiden.

Die ideale Länge hängt vom Inhalt des Videos ab. Meist lässt sich ein Denkmal in bis zu drei Minuten ansprechend vermitteln. Für längere Formate sollten Sie ein schlüssiges, spannendes Skript schreiben und viele unterschiedliche Videobilder einplanen. Mehr Informationen dazu finden Sie in der Handreichung zu Videoproduktion.

Vor der Produktion und Veröffentlichung von Video- und Fotomaterial sollten Sie sich mit einigen grundsätzlichen rechtlichen Punkten vertraut machen. Entsprechende Tipps finden Sie in den Handreichungen zu Video- und Fotoproduktion.