Die Kirche zu Landow – ein lebendiges Kleinod

Zum Tag des offenen Denkmals® 2020 gibt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz Einblicke in ausgewählte Denkmale:

Erkunden Sie in einem geführten Rundgang die Dorfkirche von Landow auf Rügen, die als Kulturkirche ganz besonders dem diesjährigen Motto des Tags des offenen Denkmals "Chance Denkmal: Erinnern. Erhalten. Neu denken" entspricht.

Die Dorfkirche ist fast 700 Jahre alt und liegt an einem wichtigen mittelalterlichen Handelsweg Rügens, der Salz- und Heringstraße. Untersuchungen zufolge stammt der Bau aus dem frühen 14. Jahrhundert. Aus dieser Zeit stammen wohl die Überreste des ursprünglich eigenständigen Fachwerkbaus, die man teilweise auch heute noch im Kirchenraum sehen kann. Erst im 16. Jahrhundert wurde das Gebäude mit Backstein ummauert, wie man es heute sieht. Somit zählt die Kirche zu den ältesten bekannten Fachwerkkirchenbauten Norddeutschlands. Im 18. Jahrhundert wurde die Kirche barock ausgestattet mit Altar, Taufbecken und Kanzel von Elias Keßler, einem der bedeutendsten Pommerschen Bildhauer.

Im Laufe der Zeit verlagerten sich die Verkehrswege der Insel durch Eisenbahn und Straßenneubau, was auch die Kirche und der Ort zu spüren bekamen. Landow rückte an die Peripherie und die Dorfkirche wurde immer mehr ihrem Schicksal überlassen. Einem großen bürgerschaftlichen Engagement ist es zu verdanken, dass die Kirche ab den 1980er Jahren vor dem Verfall gerettet wurde. Mit Hilfe der Deutschen Stiftung Denkmalschutz werden seit 2002 die durch Feuchtigkeit beschädigten Dächer und Dachkonstruktionen instandgesetzt.

So ist die Dorfkirche mittlerweile in einem derart guten Zustand, dass sie wieder für kulturelle Veranstaltungen wie die "Festspiele Mecklenburg-Vorpommern" genutzt werden kann. Ein wunderbares Beispiel dafür, wie nachhaltig Denkmalpflege sein kann.

Sakralbauten

Kultur- und Wegekirche Landow

Landow, 18573 Dreschvitz
Next