Rundgang Zeche Bergmannsglück

Die Bohrgesellschaft Bergmannsglück (Gründung 1872) errichtete als Zechengesellschaft um 1903 die ersten Industriegebäude, nördlich von Buer wurde mit dem Abteufen der Doppelschachtanlage Bergmannsglück 1/2 begonnen, welche 1905 die Förderung aufnahm. 1911 wurde das Fördermaschinenhaus zu Schacht 2 fertiggestellt und erinnert als einziges Bauwerk an die Kohleförderung, da die Förderanlagen bereits nach Abwurf der Schächte in den 1970/80er-Jahren abgebrochen wurden. Die Zwillingsdampffördermaschine ist ein Fabrikat aus der Eisenhütte Prinz Rudolph zu Dülmen und ist - zusammen mit der zugehörigen gusseisernen Treibscheibe zur Kohleförderung und Entwässerung der Schächte - ebenfalls erhalten. Die Deckenkonstruktion und die Innengestaltung mit gründerzeitlichem Dekor, dem keramischen Wandbelag, der Wandflächengliederung und dem bauzeitlichen Fußboden aus Fliesen existiert größtenteils.

Zum Zeitpunkt der damaligen Industriearchitektur diente das Fördermaschinenhaus als Teil des Ensembles auch der Repräsentation. Das historistische Erscheinungsbild der Fassade aus ziegelsichtigen Wandflächen mit Putzfeldern, Sockel, Wandvorlagen und den Metall-Sprossenfenstern besteht noch, wenn auch mit kleinen Veränderungen wie z. B. einem neuen Ostseiten-Fenster und Toreinbrüchen. Die Förderseilöffnungen weisen noch auf die Lage des Schachtgerüstes hin.

Dieses Denkmal ist ein technisches und bauliches Zeugnis für die Entwicklungsgeschichte des Bergbaus, weil es die Veränderungen zu einer Industrielandschaft und den mit der Industrialisierung verbundenen Bevölkerungszuwachs sowie die sozialgeschichtliche Entwicklung der Region dokumentiert. Im Zuge der Industrialisierung wurden neben den Betriebsbauten der Zechen, die Zechensiedlungen mit den Wohnbauten für die Bergleute und ihren Familien errichtet, somit waren Arbeiten und Wohnen eng miteinander verbunden. Seit Anfang der 1980er-Jahre werden einige der Häuser an der Bergmannsglückstraße künstlerisch genutzt. Unter anderem lebten und arbeiteten hier die Künstler Werner Thiel und Alfred Schmidt.

Industrie und Technik

Zeche Bergmannsglück, Fördermaschinenhaus

Bergmannsglückstraße, 45894 Gelsenkirchen
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