Stalag VII A Moosburg: Topographie des (Nicht-)Alltäglichen

Das bereits ab 1939 im Bau befindliche Stalag VII A Moosburg gehört mit rund 150.000 Inhaftierten zu den großen Kriegsgefangenenlagern des Dritten Reichs.

Bemerkenswert ist, dass sich noch Baracken erhalten haben: der Rest einer Gefangenenbaracke, ein sog. "Opfer-Ort", und drei Wachmannschaftsbaracken als sog. "Täter-Ort" - eine im Zusammenhang mit den zahlreichen vorhandenen Original-Details wie Türen, Fenstern, Böden und Einbauten wohl einmalige Situation in Deutschland.

Obwohl diese Gebäude unter Denkmalschutz stehen, besteht im Bereich der ehemaligen Kaserne auch der Bedarf an einer Erweiterung angrenzender Schulen. So droht in naher Zukunft viel noch Erhaltenes zu verschwinden.

Die baulichen Relikte des Stalag VII A mit Gefangenen- wie Wachmannschaftsbaracken erzählen von Menschen in wechselvollen Zeiten. Sie berichten vom Zweiten Weltkrieg und dem von den US-amerikanischen Besatzern geführten "Civilian Internment Camp No. 6". Ab 1948 fanden zunächst Heimatvertriebene ein neues Zuhause in den Baracken des Stalag VII A. Später zogen Gastarbeiter, zuletzt Obdachlose und Sozialschwache in die einstigen Wachmannschaftsbaracken. Die ab 1939 entstandenen Gebäude sind ein Spiegel der Geschichte Moosburgs und der Geschichten von Menschen aus aller Welt.

Das ehemalige Kriegsgefangenenlager in Moosburg ist mittlerweile v.a. ein emotional essentieller Anlaufpunkt für die Nachkommen einstiger Kriegsgefangener und viele weitere Interessierte. Im Sinne der Erinnerungs- und Friedensarbeit sowie Völkerverständigung gilt es, diese Bedürfnisse jetzt und künftig zu würdigen und gelebte Geschichte unbedingt zu erhalten.

Sonstiges

Stalag VII A Moosburg: Ensemble der Wachmannschaftsbaracken

Schlesierstr. 1-5, 85368 Moosburg an der Isar
Next