Sakralbauten
Denkmalkategorie

Ehemalige Ez-Chaim-Synagoge

Über dieses Denkmal

Die Ez-Chaim-Synagoge (Ez Chaim: Baum des Lebens) wurde 1922 geweiht. Mit 1200 Plätzen war sie die größte orthodoxe Synagoge in Sachsen. Ein großer Teil der Leipziger Jüd-/innen waren osteuropäische Migrant-/innen und folgten dem orthodoxen Ritus. Überregionale Anziehungskraft besaßen die Gottesdienste vor allem durch Nahum Wilkomirski, den wohl berühmtesten Leipziger Kantor. Der 1885 Geborene stammte aus Litauen. Zeitzeug-/innen rechnen ihn übereinstimmend „zu den großen Kantoren seiner Zeit“ (S. J. Kreutner). 1936 verließ er Leipzig, um sich zunächst in Paris und London und ab 1945 in den USA eine neue Existenz aufzubauen. Dem orthodoxen Verständnis entsprechend gab es an der Ez-Chaim-Synagoge keine Orgel und der Chor bestand ausschließlich aus Männer- und Knabenstimmen. Am 10. November 1938 wurde die Ez-Chaim-Synagoge durch einen Brandanschlag der Nationalsozialisten vollständig zerstört. Heute erinnert ein Banner mit einer Innenansicht und eine Klanginstallation an die Synagoge.

Programm

Konzert

Kurzkonzert zum 25. Todestag Herman Berlinskis

Beginn

Sonntag, 13.09.2026 12:30 Uhr | Dauer: 20 Minuten

Der Leipziger Komponist Herman Berlinski (1910-2001) verbrachte die ersten knapp 23 Jahre seines Lebens in Leipzig. Er studierte Musik am Konservatorium und wurde in vielfältiger Weise durch das Kulturleben der Stadt geprägt. 1933 musste er fliehen: Über Polen führte ihn der Weg zunächst nach Frankreich, 1941 gelang ihm im letzten Moment die Flucht in die USA. Berlinski besuchte die Jugendgottesdienste der Ez-Chaim-Synagoge und gab den Kindern des Kantors, Nahum Wilkomirski, Klavierunterricht.

Hinweise

Die Veranstaltung findet im Freien statt, es gibt keinen Schutz vor Regen, keine Sitzmöglichkeiten und keine Toiletten.

Für diesen Programmpunkt ist keine Anmeldung erforderlich.

Kontakt

Antje Rademacker
Notenspur Leipzig e.V.
0341-25354860