Ehemaliges Gerberei-Werkswohnhaus
Über dieses Denkmal
Die Industrialisierung beginnt in Lemgo 1869 mit der Gründung der Lederfabrik Carl Potthoff an der Breiten Straße 31. Ein paar Jahre später wurde das besonders geruchsintensive Beizen und Kälken der Tierhäute in ein neues Produktionsgebäude an einen Verbindungsgang zwischen Beguinenstraße und Breite Straße verlegt, die den Spottnamen Veilchental erhielt. Ende der 1880er Jahre errichtete Potthof zwei Arbeiterwohnäuser mit jeweils vier gereihten Wohnungen.
Programm
Für die historische Alt- und Neustadt von Lemgo besitzen die beiden Werkswohnungszeilen ein Alleinstellungsmerkmal. Besonders beim Wohnhaus Veilchental 4 sind, trotz seiner späteren Zubauten, Funktion, Entwicklung und Gestaltung noch gut ablesbaren. Die anderen Werkswohnungen sind jedoch in den 80er Jahren durch Umbauten stark überformt worden. Eine Ferienwohnung mit vielen kleinen Räumen entsteht derzeit, sodass das ursprüngliche kleinteilige Raumgefüge erhalten bleibt. Entsprechend den Fotobefunden wird die historische Fenstersituation wiederhergestellt, bzw. die restlichen vorhandenen historischen Fenster am Nordgiebel restauriert und wärmedämmtechnisch mit Sonderisoliergläsern ausgestattet. Der Terrazzoboden im Flurbereich tritt nun wieder zum Vorschein. Frau Bauer, viele Jahrzehnte in einem Architekturbüro tätig, war der Erhalt dieses Hauses besonders ans Herz gewachsen und wird vor Ort das Gebäude von innen und außen erläutern.