Ehem. Reichsbahntunnel von 1870/71 Lengerich
Über dieses Denkmal
Der ehemalige Eisenbahntunnel im Teutoburger Wald wurde 1870/71 als Teil der Bahnstrecke Venlo–Hamburg erbaut und durchquert auf einer Länge von 768 Metern den Gebirgszug des Teutoburger Waldes. Die imposante Tunnelröhre mit ihrem Natursteingewölbe ist ein bedeutendes Zeugnis des Eisenbahnbaus des 19. Jhs. Während des II. Weltkriegs erhielt der Tunnel eine tragische Bedeutung: Er wurde als unterirdische Rüstungsfabrik zur Herstellung von Flugzeugteilen genutzt. Unter menschenunwürdigen Bedingungen mussten dort vor allem Häftlinge des Konzentrationslagers Neuengamme Zwangsarbeit leisten. Heute ist der ehemalige Reichsbahntunnel ein wichtiges Kulturdenkmal und Erinnerungsort. Er dokumentiert sowohl die Geschichte der Verkehrsinfrastruktur als auch die nationalsozialistische Gewaltherrschaft und die Ausbeutung von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern. Aus diesen Gründen wurde die Anlage am 28. Mai 2015 in die Denkmalliste der Stadt Lengerich eingetragen.
Programm
Geführte Kurzwanderung: „Alter Eisenbahntunnel Lengerich“. Aus Sicherheitsgründen wird der Tunnel selbst nicht besichtigt. An ausgewählten Punkten entlang der Strecke wird die Vergangenheit des Bauwerks beleuchtet. Der Tunnel diente nicht nur als Verkehrsweg, sondern war nach der Stilllegung auch Zufluchtsort für Lengericher Bürgerinnen und Bürger in Kriegszeiten und Außenlager des KZ Neuengamme unter dem Namen Geheimlager „Rebhuhn“.
Hinweise
Der genaue Treffpunkt für die Kurzwanderung wird nach Anmeldung über die Tourist-Information Lengerich bekanntgegeben. Es wird festes Schuhwerk empfohlen.
