Entlausung des Kriegsgefangenenlagers Stalag 326
Über dieses Denkmal
Das Entlausungsgebäude (Badehaus) wurde 1942 als wichtiges Funktionsgebäude des Kriegsgefangenenlagers Stalag 326 errichtet, das von 1941 bis 1945 vor allem sowjetische Kriegsgefangene aufnahm. Alle Gefangenen mussten bei ihrer Ankunft die Entlausungsprozedur durchlaufen. Neben der Seuchenprävention war diese Praxis Ausdruck des nationalsozialistischen antiosteuropäischen Rassismus und wurde von Kriegsgefangenen sowie zivilen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern aus der Sowjetunion als zutiefst entwürdigend empfunden. Das Gebäude ist eines der wenigen erhaltenen baulichen Zeugnisse des Stalag 326, eines der größten Durchgangs- und Rekrutierungslager für NS-Zwangsarbeit im heutigen Nordrhein-Westfalen. Es ist mit seinen bauzeitlichen Strukturen in weiten Teilen überliefert; dazu zählen unter anderem originale Wandflächen mit teilweise mehrsprachigen Schriftzügen aus der Zeit des Lagers.
Programm
Bauhistorische Führung: Die Gedenkstätte nimmt das diesjährige Motto zum Anlass, um die Entlausung und ihre strukturellen Bedeutung für Kriegsgefangenschaft und den Arbeitseinsatz in ganz Nordrhein-Westfalen zu thematisieren. Über das Stalag 326 kamen hunderttausende Kriegsgefangene zum Arbeitseinsatz in ganz NRW an. Die Entlausung steht exemplarisch für diese überregionale Bedeutung des Lagers. Neben den strukturellen und baulichen Schwerpunkten wird in den Führungen ein Fokus auf biographische Schicksale der Kriegsgefangenen gelegt. Die Entlausung nimmt in ihren Erinnerungen eine wichtige Rolle ein. In der Gegenwart ist das Gebäude ein wichtiger Ort für die Nachkommen.
Hinweise
Eingeschränkte Zugänglichkeit:
Das Denkmal liegt auf einem Polizei-Ausbildungsgelände (Bildungszentrum Schloß Holte-Stukenbrock – LAFP NRW). Ein Besuch ist nur innerhalb einer Veranstaltung der Gedenkstätte Stalag 326 möglich. Um eine vorherige Anmeldung wird gebeten, ist aber keine Voraussetzung. Der Treffpunkt für die Führung ist an der Pforte der Polizei. Bitte frühzeitig zu den Führungsterminen erscheinen, da eine vorherige Anmeldung bei der Polizei erfolgen muss. Hierfür bitte gültige Ausweispapiere mitbringen. Ein verspäteter Zugang kann nicht garantiert werden, da ein eigenständiges Bewegen auf dem Gelände nicht gestattet ist. Es gilt die Besucherordnung (zu finden auf unserer Website).
Das Gelände und das Gebäude (inkl. Toiletten) sind (bis auf einen Raum) für Gehhilfen und Rollstühle geeignet.
Die Führung ist in deutscher Sprache (ggf. mit englischen Erläuterungen). Der Guide geht auf den Wissenstand und Bedürfnisse der Gruppe ein und arbeitet mit Visualisierungen (Bildern) und vermeidet, wenn möglich, Fachbegriffe.


