Granitplatten mit Kriegsspur („Splitterrose“) aus dem II. Weltkrieg
Über dieses Denkmal
Der Denkmalschutz befasst sich meist mit Gebäuden. Weniger Beachtung findet jenes materielle Erbe, das zu Füßen liegt: das historische Pflaster. Während viele Bauten in Leipzig im II. Weltkrieg zerstört wurden, blieb ein Großteil der ursprünglichen Gehwege und Straßen erhalten. In den Granitplatten auf Leipzigs Gehwegen finden sich daher zahlreiche Kriegsspuren. Ein markantes Beispiel liegt hinter dem Verwaltungsgericht. Das Gebäude selbst steht unter Denkmalschutz, nicht jedoch die als „Splitterrose“ bezeichnete Spur einer Sprengbombe auf dem Gehweg unmittelbar dahinter. Ihr Verlauf setzt sich auf der Rückseite des Gebäudes mit Einschusslöchern fort. Als erweitertes Denkmalensemble könnte der Ort stellvertretend für die Bewahrung historischer Straßenbeläge stehen. Die Granitplatten zeugen dabei nicht nur von der Geschichte des II. Weltkriegs, sondern auch von der sächsischen Steinindustrie sowie der Geschichte Leipzigs als Bürger- und Messestadt.
Programm
Das „Denkmal” auf dem Gehweg der Seyfferth-Straße hinter dem Bundesverwaltungsgericht kann rund um die Uhr sowie 7 Tage die Woche selbständig besichtigt werden. Zusätzlich wird am 13.9.2026 ein thematischer Spaziergang zu Leipzigs historischen Straßenbelägen und ihren Spuren im Musikviertel angeboten, das auch eine Station an dieser Bombennarbe mit einschließt.


